Literatur Biennale stellt „Die Wut“ in den Mittelpunkt
In Wuppertal startet am Donnerstag, 7. Mai, die achte Wuppertaler Literatur Biennale. Bis zum 16. Mai geht es bei rund 25 Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt um ein Thema, das gut in diese Zeit passt: „Die Wut“. Das Festival für zeitgenössische Literatur und Diskurs fragt, woher Wut kommt, wer sie äußern darf – und ob sie nur zerstört oder auch Antrieb für Veränderung sein kann.
Damit ist die Biennale mehr als eine klassische Lesereihe. Sie greift eine Stimmung auf, die man in Kommentarspalten, Talkshows, politischen Debatten, Protesten und persönlichen Konflikten täglich spürt. Die Veranstalter wollen Wut ausdrücklich nicht nur als irrationalen Ausbruch behandeln, sondern als gesellschaftliche, politische und literarische Kraft sichtbar machen.
Zum Programm gehören bekannte Namen wie Navid Kermani, der seinen Roman Sommer 24 vorstellt, sowie Helga Schubert mit Texten aus mehreren Jahrzehnten ihres Schreibens. Weitere Veranstaltungen beschäftigen sich unter anderem mit Kriegserfahrungen, digitaler Gewalt, toxischen Beziehungen, Selbstoptimierung, Bürokratie und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Damit reicht das Festival thematisch von persönlicher Verletzung bis zu großen politischen Konflikten.
Auch die Wuppertaler Literaturszene bekommt Raum. Unter anderem sind Mehrandokht Feizi, Matthias Rürup, Hank Zerbolesch und Jost Baum angekündigt. Neu ist außerdem ein Familientag mit Angeboten für Kinder und Jugendliche ab drei Jahren – darunter Bilderbuchkino, Schreibwerkstätten, Manga-Workshop, Lesungen und Musik.
Ein weiterer neuer Baustein ist das Festivalzentrum „WTF – Wut trifft Freiraum“. Es soll ein Ort für Gespräche und Begegnungen sein und wurde von drei Studierenden der Bergischen Universität mitentwickelt. Genau das macht den lokalen Charakter der Biennale stärker: Nicht nur bekannte Autorinnen und Autoren kommen nach Wuppertal, sondern auch Studierende, lokale Initiativen und die regionale Szene prägen das Programm mit.