Mönchengladbach will den Umbau seiner Wärmeversorgung gemeinsam mit Wirtschaft, Energieversorgern, Handwerk und Verbraucherschutz voranbringen. Dazu hat die Stadt jetzt die „Allianz für die Wärmewende Mönchengladbach“gegründet. Ziel ist eine Wärmeversorgung, die langfristig klimaneutral, bezahlbar und verlässlich sein soll.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben der Stadt die IHK Mittlerer Niederrhein, die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach, die NEW AG, die Wirtschaftsförderung WFMG, der Verein ZukunftsHandwerk Energie + Klima sowie die Verbraucherzentrale Mönchengladbach. Das Bündnis soll Kompetenzen bündeln, Austausch organisieren und rund 30 konkrete Maßnahmenpakete aus der kommunalen Wärmeplanung vorantreiben.
Mönchengladbach hatte bereits im Dezember 2024 als eine der ersten Großstädte in Nordrhein-Westfalen eine eigene kommunale Wärmeplanung beschlossen. Darin wird quartiersweise untersucht, wo künftig eher Wärmenetze sinnvoll sind und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen im Vordergrund stehen. Für Bürgerinnen und Bürger gibt es dazu bereits einen sogenannten Bürgerwärmeplan, der erste Orientierung für einzelne Stadtgebiete geben soll.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs spricht von einer „Mammutaufgabe“. Bis 2045 soll die Energieversorgung der Stadt klimaneutral werden. Dafür müsse „fast jedes Gebäude und jede Straße angepackt werden“. Tatsächlich steckt hinter dem Begriff Wärmewende ein tiefgreifender Umbau: Stromnetze müssen leistungsfähiger werden, mögliche Wärmenetze geplant und gebaut, alte Heizsysteme ersetzt, Handwerksbetriebe qualifiziert und Hauseigentümer beraten werden.
Gerade deshalb ist die neue Allianz mehr als ein symbolischer Zusammenschluss. Die Stadt versucht, einen der größten Konfliktpunkte der kommenden Jahre frühzeitig zu entschärfen: Viele Eigentümer wissen zwar, dass sich beim Heizen etwas ändern wird, aber nicht, welche Lösung vor Ort tatsächlich sinnvoll ist. Ohne verlässliche Informationen drohen Fehlinvestitionen, Frust und politischer Widerstand. Die Allianz soll genau hier Planungssicherheit schaffen – durch Beratung, Förderhinweise, Pilotprojekte und einen engeren Austausch zwischen Verwaltung, Energiebranche und Handwerk.
Die Beteiligten betonen, dass sie technologieoffen und pragmatisch arbeiten wollen. Künftig soll ein Allianzforum mindestens zweimal pro Jahr zusammenkommen; außerdem sind thematische Arbeitsgruppen und regelmäßige Berichte über Fortschritte vorgesehen. Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Verbände können sich dem Netzwerk anschließen.