Schwerer Straßenbahnunfall in Düsseldorfer Innenstadt – 27 Verletzte

Bei einem schweren Straßenbahnunfall in der Düsseldorfer Innenstadt sind am Samstagmittag 27 Menschen verletzt worden. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei erlitten fünf Personen schwere Verletzungen, 22 weitere wurden leicht verletzt. Lebensgefahr besteht nach aktuellem Stand nicht. In den beiden Bahnen befanden sich nach ersten Informationen mehr als 60 Fahrgäste. Weitere Personen wurden vor Ort betreut, mussten jedoch nicht in Krankenhäuser gebracht werden.

Der Unfall ereignete sich gegen 11.30 Uhr an der Kreuzung Berliner Allee / Graf-Adolf-Straße. Nach bisherigen Erkenntnissen war eine Straßenbahn vom Graf-Adolf-Platz in Richtung Hauptbahnhof unterwegs. Offenbar wurde eine Weiche falsch gestellt, wodurch die Bahn nach links auf das Gegengleis geriet. Dort kollidierte sie frontal mit einer entgegenkommenden Straßenbahn aus Richtung Hauptbahnhof.

Der Fahrer der entgegenkommenden Bahn leitete zwar noch eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht mehr verhindern. Durch die Wucht des Aufpralls wurden zahlreiche Fahrgäste in den Fahrzeugen verletzt. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten mit einem Großaufgebot an. Die Verletzten wurden noch an der Unfallstelle versorgt und anschließend auf umliegende Krankenhäuser verteilt.

Die Berliner Allee sowie Teile der Graf-Adolf-Straße wurden weiträumig abgesperrt. Die Sperrungen sollen voraussichtlich bis mindestens 16.30 Uhr bestehen bleiben. Betroffen sind sowohl mehrere Straßenbahnlinien als auch der Individualverkehr. Rund um den Hauptbahnhof, die Oststraße und den Graf-Adolf-Platz kam es bereits am Mittag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und langen Staus.

Besonders problematisch: Der Unfall ereignete sich am Nachmittag des Düsseldorfer Japan-Tags, zu dem erneut mehrere hunderttausend Besucher erwartet werden. Die Berliner Allee zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen Hauptbahnhof und Rheinufer. Durch die Sperrungen dürfte es im Verlauf des Tages zu zusätzlichen Belastungen im Nahverkehr sowie zu weiteren Staus in der Innenstadt kommen. Auch Besucher des Feuerwerks am Abend müssen sich auf Einschränkungen und überfüllte Bahnen einstellen.

Die Rheinbahn leitete zahlreiche Linien um und rief Fahrgäste dazu auf, alternative Verbindungen zu nutzen. Der U-Bahn-Verkehr ist nach bisherigen Angaben nicht betroffen.

Die genaue Ursache des Unfalls wird derzeit untersucht. Im Mittelpunkt steht weiterhin die mutmaßlich fehlerhafte Weichenstellung. Auch die Rheinbahn kündigte eine interne Untersuchung des Vorfalls an.